Wenn man „Burnout“ hört, denken viele sofort an gestresste Erwachsene, an Überstunden, an Chefdruck und zu wenig Schlaf. Aber, und jetzt halt dich fest, auch Kinder können ausgebrannt sein. Ja, richtig gelesen. Kinder! Und das sollten wir nicht einfach abtun mit einem „Das wächst sich schon aus“.

Kindheit – eigentlich eine unbeschwerte Zeit, oder?

Kindheit sollte doch nach Spielen, Entdecken und Leichtigkeit riechen. Nach Schoggimilch und Matschhosen. Doch leider sieht die Realität für viele Kinder heute anders aus.

Schon in der Primarschule erleben sie Leistungsdruck: Noten, Tests, Vergleiche. „Warum hast du nur eine Vier?“ – dabei ist das Kind erst sieben. Dazu kommt ein randvoller Freizeitplan: Fussball, Musikschule, Englisch, Tanzen … und irgendwo dazwischen noch Hausaufgaben und vielleicht fünf Minuten zum Durchschnaufen.

Und dann die digitale Welt – ach, die ist Fluch und Segen zugleich. Ständiger Vergleich, Likes, Gruppenchats, FOMO („Fear of missing out“). Kein Wunder, dass Kinder oft das Gefühl haben, sie müssten immer „on“ sein – funktionieren, lächeln, leisten.

Aber ganz ehrlich: Kein Mensch – gross oder klein – kann dauerhaft Vollgas geben. Irgendwann ist der Akku leer.

Stress ist nicht nur ein Gefühl, sondern ein biologischer Prozess.”

Wie sich Burnout bei Kindern zeigt

Kinder sagen selten: „Ich bin überfordert.“
Sie zeigen es anders. Der Körper meldet sich zuerst: Bauchweh, Kopfweh, kein Appetit. Oder sie schlafen schlecht, sind gereizt, ziehen sich zurück oder flippen bei jeder Kleinigkeit aus.

Plötzlich hat dein Kind keine Lust mehr auf Fussball, sieht Freunde seltener, lacht weniger. Du merkst einfach: Da stimmt was nicht. Und nein, das ist nicht einfach „Pubertät“ oder „eine Phase“. Es kann ein Zeichen sein, dass die Seele eine Pause braucht.

Was da im Körper passiert

Stress ist nicht bloss ein Gefühl. Es ist Chemie im Körper. Genauer gesagt, ein Hormoncocktail, der kurzfristig super funktioniert, aber bei Dauerstress ganz schön Nebenwirkungen hat.

🧠 Cortisol: macht wach und aufmerksam – zu viel davon schwächt aber das Immunsystem und stört den Schlaf.
Adrenalin: sorgt für Alarmbereitschaft – zu viel führt zu Nervosität und Herzrasen.
💫 Serotonin und Dopamin: unsere Glücksboten – geraten sie aus der Balance, verlieren Kinder Freude und Motivation.

Und wenn dann noch die Pubertät dazwischenfunkt, mit all ihren hormonellen Achterbahnfahrten, kann’s richtig schwierig werden.

Das alles zeigt: Burnout bei Kindern ist kein „Kopfproblem“. Es passiert real im Körper – messbar, spürbar und behandelbar.

Kindheit sollte eine Zeit voller Neugier, Wachstum und Lebensfreude sein – und nicht die erste Station in einen Burnout.

Was Eltern tun können

Kinder brauchen keine Perfektion, sondern Pausen.

✳ Weniger Termine, mehr freie Zeit

✳ Bewusster Umgang mit Medien und digitalen Geräten

✳ Feste Strukturen und Rituale (z. B. gemeinsame Mahlzeiten, Schlafrhythmen)

✳ Bewegung und Naturerlebnisse als Ausgleich

✳ Offene Gespräche, in denen Kinder ihre Sorgen teilen dürfen


Weniger Termine, mehr freie Zeit. Weniger Bildschirm, mehr Natur. Feste Strukturen geben Sicherheit – Rituale wie gemeinsame Mahlzeiten, ein Abendspaziergang oder das berühmte Sonntags-nix-tun wirken manchmal Wunder.

Ganz wichtig: Kinder brauchen ehrliche Gespräche. Frag dein Kind, wie’s ihm wirklich geht. Ohne Druck. Ohne „aber du musst“. Nur zuhören. Und, das sage ich immer wieder – sei Vorbild. Wenn auch DU ständig rennst, keine Pause machst und selbst nie „Nein“ sagst, lernt dein Kind genau das.

Selbstfürsorge beginnt bei uns Erwachsenen!

Wenn’s trotzdem zu viel wird: Bitte hol dir Hilfe. Kinderärzt:innen, Psycholog:innen, Therapeuten oder Beratungsstellen – da draussen gibt’s Menschen, die genau wissen, was zu tun ist.

Fazit

Ja, Burnout gibt es auch bei Kindern.
Leistungsdruck, digitale Dauerbelastung und fehlende Erholung führen dazu, dass Kinder schon in jungen Jahren überfordert sind. Die Rolle von Hormonen wie Cortisol, Adrenalin und Serotonin zeigt eindrücklich: Stress betrifft nicht nur die Psyche, sondern den gesamten Körper.

Unsere Aufgabe ist es, Kinder zu schützen – nicht vor jeder Herausforderung, aber vor einer Überforderung, die ihnen ihre Freude und Leichtigkeit nimmt. Denn Kindheit sollte eine Zeit voller Neugier, Wachstum und Lebensfreude sein – und nicht die erste Station in einen Burnout.