Sicherheit geben, Orientierung schaffen und gemeinsam wachsen

Wenn ein Kind ADHS hat, betrifft das nie nur dieses eine Kind.
Es betrifft die ganze Familie.

Der Alltag fühlt sich für viele Eltern laut, anstrengend und chaotisch an. Oft begleitet von einem leisen, nagenden Zweifel:
Mache ich genug? Mache ich etwas falsch?
Viele Mamas und Papas geben ihr Bestes – und fühlen sich trotzdem erschöpft, verunsichert oder schuldig.

Diese Gefühle sind verständlich. Denn ADHS fordert heraus. Jeden Tag.

ADHS ist keine Erziehungsfrage

ADHS ist keine Frage von Willenskraft, Konsequenz oder „richtigem Verhalten“.
Es handelt sich um eine neurobiologische Besonderheit, die das Nervensystem betrifft – und damit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Emotionsregulation und Reizverarbeitung.

Kinder mit ADHS wollen kooperieren.
Sie wollen dazugehören, verstanden werden, ihr Bestes geben.
Doch Konzentration, innere Ruhe, soziale Anpassung oder Emotionssteuerung kosten sie oft enorm viel Energie. Das sieht man von aussen nicht immer – aber sie spüren es jeden einzelnen Tag.

Und nicht nur Kinder. Auch Jugendliche und Erwachsene mit ADHS kennen dieses Gefühl von innerer Anstrengung, Überforderung und dem Wunsch, „einfach richtig zu sein“.

Sicherheit und Beziehung als Basis

Kinder mit ADHS fühlen sich schneller überfordert oder missverstanden. Umso wichtiger sind Erwachsene, die Halt geben. Wenn Eltern – oder andere Bezugspersonen – ruhig bleiben, zuhören und das Kind ernst nehmen, entsteht emotionale Sicherheit.

Diese Sicherheit ist die Grundlage für alles Weitere:
für Vertrauen, Selbstwert und innere Stabilität.

Ein einfacher, aber sehr wirksamer Schritt im Alltag ist es, Gefühle zu benennen statt zu bewerten.
Zum Beispiel:
„Ich sehe, dass du gerade sehr wütend bist.“
So lernt das Kind: Meine Gefühle sind erlaubt. Ich bin nicht falsch.

Struktur vereinfacht den Alltag

Kinder mit ADHS können sich oft nicht selbst gut organisieren. Struktur ist deshalb keine Einschränkung – sondern eine Entlastung.

Hilfreich sind zum Beispiel:

  • feste Zeiten für Aufstehen, Essen und Schlafen
  • visuelle Wochenpläne oder einfache Checklisten
  • grosse Aufgaben in kleine, überschaubare Schritte unterteilen
  • wiederkehrende Rituale, etwa vor den Hausaufgaben oder dem Zubettgehen

Struktur bedeutet nicht Strenge.
Sie bedeutet Orientierung, Vorhersehbarkeit und Sicherheit – für Kinder, Eltern und auch für Lehrpersonen.

Emotionale Begleitung statt Kontrolle

Kinder mit ADHS reagieren häufig stark auf Frust, Enttäuschung oder Überforderung. Emotionen können plötzlich und intensiv auftreten. Erwachsene dürfen hier als emotionale Übersetzer wirken: zuhören, erklären, mitfühlen, gemeinsam Lösungen suchen.

Nicht jede Situation braucht sofort eine Lösung.
Manchmal reicht ein ruhiges Dableiben und das Signal:
Ich bin da. Auch wenn es gerade schwierig ist.

Gerade auch für Erwachsene mit ADHS ist diese Haltung entscheidend. Viele tragen alte Verletzungen aus der Kindheit in sich – entstanden durch Missverständnisse, Kritik oder das Gefühl, nicht zu genügen. Verständnis kann hier heilsam wirken, selbst im Erwachsenenalter.

Stärken sehen und Selbstwert aufbauen

Viele Kinder mit ADHS erleben früh Misserfolge – in der Schule, im sozialen Umfeld oder im Vergleich mit anderen. Umso wichtiger ist es, ihre Stärken bewusst zu sehen und zu benennen.

Nicht nur Ergebnisse zählen.
Anstrengung, Mut, Kreativität und kleine Fortschritte verdienen Anerkennung.

Ein Satz, der viel bewirken kann:
„Ich sehe, wie sehr du dich bemühst.“

ADHS bedeutet nicht Defizit.
Es bedeutet oft auch Kreativität, Tiefe, Begeisterungsfähigkeit, Feinfühligkeit und eine besondere Wahrnehmung der Welt – wenn diese Eigenschaften gesehen und begleitet werden.

Ich bin da. Auch wenn es gerade schwierig ist.

Zusammenarbeit und Unterstützung

Eltern sind häufig die Brücke zwischen Kind, Schule und Fachpersonen. Der Austausch mit Lehrpersonen, Therapeutinnen, Ärztinnen oder Coaches hilft, ein unterstützendes Netzwerk aufzubauen, das das Kind trägt.

Auch Lehrpersonen und andere Bezugspersonen profitieren davon, ADHS besser zu verstehen. Wissen schafft Entlastung – für alle Beteiligten.

Auch Eltern brauchen Raum

Die Begleitung eines Kindes mit ADHS kann emotional und körperlich sehr fordernd sein. Pausen, Gespräche mit anderen Eltern oder professionelle Unterstützung sind kein Luxus, sondern notwendig.

Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche.
Es ist ein Zeichen von Verantwortung, Liebe und Fürsorge – für das Kind und für sich selbst.

ADHS ganzheitlich betrachten

ADHS betrifft nicht nur Verhalten. Es betrifft das Nervensystem, die Emotionen, oft auch den Hormonhaushalt und das gesamte Umfeld. Genau deshalb ist ein ganzheitlicher Blick so wichtig.

In meiner Arbeit als Hormoncoach und Naturheiltherapeutin begleite ich Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ADHS auf diesem Weg – fachlich fundiert, alltagsnah und mit viel Herz.
Ich selbst lebe in einem Haushalt mit ADHS Betroffenen und weiss aus eigener Erfahrung, wie herausfordernd – und wie wertvoll – dieser Weg sein kann.

Ein gemeinsamer Weg

Eltern müssen nicht perfekt sein.
Was Kinder mit ADHS – und auch Erwachsene mit ADHS – brauchen, sind Menschen, die bleiben. Die zuhören. Die Orientierung geben. Die ermutigen. Und die bereit sind, gemeinsam zu wachsen.


📘 In wenigen Wochen erscheint mein Buch „Kleiner Wirbelwind – Grosse Stärke“, in dem ich meine fachliche Erfahrung und meine persönliche Sicht als Mama teile – für Eltern, Lehrpersonen, Fachkräfte und Betroffene. Ich freue mich über eure Unterstützung beim Crowdfounding, welches ich extra dazu eröffnet habe. Du möchtest mehr dazu erfahren oder mich unterstützen? – Dann drücke auf den Link – DANKE!

www.lokalhelden.ch/adhs-buch-druck


Auf meiner Website findest du zudem hilfreiche Freebies und Selbstlernkurse, die im Alltag unterstützen, erklären und entlasten.

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen.
Es gibt Halt, Wissen – und Hoffnung.